Die Motte - kurz erklärt

Erster Teil (um 1200?) - weitere folgen

Wo ist die Motte?

Im heutigen Alpener Gemeindegebiet ist die "Motte" als ein mit Bäumen bewachsener Hügel zwischen dem Netto-Markt an der Burgstraße und der Sekundarschule zu erkennen. Die Schüler sehen den von Menschenhand aufgeworfenen Hügel auf Ihrem Schulweg von der Bushaltestelle aus auf der linken Seite. Derzeit ist er wegen Einsturzgefahr von einem Bauzaun gesichert.
Auf der obigen Karte ist sie als "Burg von Alpen" eingetragen.

Was ist eine "Motte"?

Üblicherweise wird mit "Motte" ein mittelalterlicher, von Hand aufgeschütteter Erdhügel mit einem turmförmigen Gebäude bezeichnet. Dabei ist der Turm überwiegend aus Holz gefertigt. Im Laufe der Zeit wurden diese dann oft durch Steinbauten ersetzt. Der Hügel wird von einem Wassergraben umschlossen. Eine idealtypische Motte ist von einer Palisade auf dem Plateau und an der Basis umgeben. Die Anlage ist über eine Brücke zu erreichen. Dazu gehört üblicherweise auch eine Vorburg, welche nochmals von Graben und Umwehrung geschützt ist.

Wie alt ist die Motte?

Kurz und knapp: wir wissen es noch nicht.
Sobald nähere Erkenntnisse vorhanden sind werden diese hier notiert. Im Moment lautet die Antwort: aus dem Mittelalter, wobei im Rheinland die ersten Motten im 11. Jahrhundert auftreten (J. Giesler, Die Burgen).

Heißt die Motte schon immer Motte?

"Motte" ist kein mittelalterlicher Begriff, sondern eine aus dem Französischen übernommene Bezeichnung aus dem 19. Jahrhundert. Nach derzeitigem Überblick der Literatur wurde der Alpener Erdhügel 1959 erstmalig als Motte bezeichnet (H. Hinz, Über frühe Burgen und Siedlungen am Niederrhein). Erst langsam bürgerte sich "Motte" in den Alpener Sprachgebrauch ein (1969, D. Ellmer, Wehranlagen bei Alpen, 169; 1974, F. Hofmann/R. Dietrich, Zur Vor- und Frühgeschichte von Alpen, 18; 2005 Arbeitsgemeinschaft Alpen-Lexikon (Hrsg.), Alpen-Lexikon (2005), 34; 2008 H. Hüsch, Alde Börrys - Alpener Burgen, 183). Den Durchbruch schaffte der Begriff wohl dann mit dem Titel des Kriminalromans "Die Motte" von Erwin Kohl aus dem Jahre 2009. Im Volksmund wurde bis dahin der Erdhügel Kasteel, Kastell oder auch Castell genannt (W. Bösken, Altertumsfunde bei Alpen (Kreis Mörs), 122; H. Hüsch, Die Burganlage als Schutz im Wandel der Zeit; Th. Ridder/H. Scheeren (Hrsg.), 300 Jahre Junggesellen-Schützenverein 1680 Alpen 1980 (1983), 31).

Wie hat die Motte früher ausgesehen?

Auch hier lautet die Antwort: wir wissen es nicht.
Bei dem aktuellen Forschungsstand können wir nur spekulieren. Aber im Zuge des europäischen Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 wurde eine Motte des 13. Jahrhunderts in Herne nachgebaut. Sie wurde dann demontiert und in Neuenrade/Küntrop wieder errichtet. Eine Bildmontage zeigt, wie diese Motte in Alpen ausgesehen haben könnte. Schon hier ist zu erahnen, dass auf dem Plateau mehr Platz als benötigt vorhanden ist. Es könnte also sein, dass der Hügel zu jener Zeit kleiner war und erst später erweitert wurde.

Es sei hier noch folgendes bemerkt: der Hügel wird damals aus verteidigungstechnischen Gründen nicht mit Bäumen bewachsen gewesen sein. Der mutmaßliche Holzturm wurde später in Stein ausgeführt bzw. zu einer Burg ausgebaut, welche dann wiederum zu einem Schloß umgebaut wurde. Doch dazu mehr in einem nächsten Teil, der folgen wird.